23.02.2001 – 20.05.2001

Nach unserer Ankunft in San José, Costa Ricas Hauptstadt, machen wir uns gleich auf der Suche nach dem Busterminal Coca Cola, um in den Süden zu fahren. Unser Ziel ist erstmal San Isidro del General, in der Provinz San José. Die Fahrt führt uns über den gefährlichsten Pass des Landes, den Cerro de la Muerte. Von San Isidro aus, fahren wir mit dem Taxi, weiter nach Longo Mai. Wir wissen nicht, wo es genau liegt, denn das Dorf steht auf keiner Karte; doch unser Fahrer hat von der Gemeinschaft gehört. Wir fahren mehr als eine Stunde lang über die Panamericana, die Hauptstrasse die ganz Lateinamerika von Norden bis Süden verbindet. Und plötzlich sind wir da – unser Fahrer biegt nach links und fährt auf einer kleinen holperigen Steinstrasse weiter. Die Finca Sonador (Longo Mai) liegt ungefähr ein Kilometer von der Panamericana entfernt, mitten im Nichts!
Das Dorf besteht aus einer Hauptstrasse, ein paar Häuser, eine Schule, ein Laden (Pulperia), eine Kirche und ein Fussballfeld. Um das Dorf liegen Kaffeeplantagen und ein Wald (el bosque primero). Links fliesst der Rio Convento und rechts der Rio Sonador.
Eduardo Rivera empfängt uns. Er hat die Sprachschule Riosonador vor einigen Jahren gegründet und mit ihm hatten wir schon von der Schweiz aus Kontakt aufgenommen. Er bringt uns zu seiner Schwester, Consuelo Rivera, die mit ihren zwei Kindern, Alexandra und Andres in einem Haus am südlichen Rand des Dorfes lebt. Dort verbringen wir die 3 nächsten Monate in einem winzigen Zimmer und erleben wunderschöne Erfahrungen. Am Morgen nehme ich, Stella, Spanischlektionen mit Eduardo und am Nachmittag gibt es immer wieder etwas Neues zu tun und zu entdecken!
Wir reiten mit den Pferden bis tief in den bosque primero, wir gehen im Rio Convento und in der Posa de la Perrica baden, mit der Fussballmannschaft in Nachbardörfer um sie bei den Spielen zu unterstützen, wir feiern mit den Dorfbewohnern die Semana Santa und wir lernen lokale Gerichte kochen (pupusas, epanadas und gallo pinto). Matthias kauft Holz und baut Regale und Wäscheleinen während ich Englisch- und Nachhilfeunterricht gebe.
Wir machen auch einen längeren Ausflug in den Parque nacional Chirripó, genauer gesagt, in San Gerardo de Rivas, auf 1350 Meter ü. M., und in Dominical, an der pazifischen Küste, wo wir zwei Schweizerinnen besuchen, die sich für ein paar Tage um 2-3 Bungalows kümmern.
Mitte Mai verabschieden wir uns von den vielen Menschen die wir in Longo Mai kennen gelernt haben und fahren zurück nach San José, wo wir noch ein paar Tage verbringen, bevor wir nach Amerika fliegen. In San José haben wir richtig Zeit, uns die Stadt anzusehen, wir gehen in Museen, in den Zoo und unternehmen einen Ausflug auf dem Vulcàn Irazu und nach Cartago.